Dienstag, 14. Februar 2012

Katzenernährung

Es gehen die Meinungen über artgerechte Fütterung oft sehr weit auseinander. Woran sollte sich ein Katzenhalter orientieren, wenn er die Wahl hat zwischen Ratschlägen von Bekannten, Tierärzten, Futtermittelherstellern, Katzenratgebern, etc.?

Die erste Frage, die Sie sich stellen sollten ist: was ist denn eigentlich artgerechte Fütterung?
Was muss dabei beachtet werden?

Katzen sind Carnivoren, also Fleischfresser. Eine freilebende Katze, die nicht zusätzlich von Menschen gefüttert wird, ernährt sich in erster Linie von kleinen Nagetieren, also von Mäusen und Ratten. Es gibt auch Vogeljäger unter den Katzen, jedoch stellen Vögel nicht die Hauptbeute der Katze dar. Meist sind es kranke oder schwache Vögel, die erbeutet werden können. Als weiterer aber nur sehr kleiner Nahrungsbestandteil sind noch kleine Insekten zu erwähnen.

An pflanzlicher Kost nehmen Katzen nur den vorverdauten Mageninhalt des Beutetieres zu sich und gelegentlich auch ein wenig Gras, das dem besseren Abgang von verschluckten Haaren dient und oft auch wieder erbrochen wird. Der Anteil an pflanzlichen Bestandteilen ist, gemessen an dem, was die Katze täglich frisst, also nur sehr klein.

Wenn Sie nun vor der Entscheidung stehen, womit Sie Ihren Stubentiger am besten ernähren, dann sollten Sie einen Blick auf die Etiketten der verschiedenen Futtersorten richten. Grundsätzlich ist zu empfehlen, ein Futter zu wählen, das frei von Getreide und Zuckerzusätzen ist. Leider werden viele der angebotenen Futtersorten diesem Anspruch nicht gerecht. Besser ist es, ein hochwertiges Futter zu wählen, dass einen hohen Fleischanteil und nur wenig pflanzliche Beimischungen hat. Auf zuckerhaltige Sorten sollten Sie nach Möglichkeit ganz verzichten, da der Organismus einer Katze den Zucker nur sehr schwer verarbeiten kann. Er dient ja auch nur der geruchlichen und optischen Akzeptanz des Menschen!

Wenn Sie Zuhause nun feststellen, dass das von Ihrer Katze bevorzugte Futter in dieser Hinsicht zu bemängeln ist, dann sollten Sie zumindest den Versuch wagen, Ihre Katze von einer gesunden, gehaltvollen Ernährung zu überzeugen. Bitte gehen Sie dabei aber nicht radikal und plötzlich vor. Zum einen lieben es Katzen meist gar nicht, wenn von heute auf morgen gravierende Veränderungen anstehen und zum anderen sollten Sie die Verdauung Ihrer Katze nicht mit einer zu schnellen Futterumstellung überfordern. Letzteres kann schnell zu Verdauungsstörungen, z.B. Durchfall führen.

Gehen Sie also bitte langsam vor und gewöhnen Sie Ihre Katze schrittweise an das neue Futter. Dies können Sie erreichen, indem Sie ihr das hochwertige Futter in ganz kleinen Mengen unter das gewohnte Futter mischen und dann langsam (über mehrere Tage bis Wochen) die Menge des neues Futters erhöhen. Haben Sie dabei bitte etwas Geduld mit ihrer Katze. Es gibt sehr veränderungsunwillige Zeitgenossen unter den Katzen, die ein Futter, dass ungewohnt riecht, sofort ablehnen. Oft benötigen Katzenhalter ein großes Maß an Ausdauer und Konsequenz um ihre Katze ernährungstechnisch umzustellen.

Wichtig dabei ist aber: Katzen dürfen nicht hungern! Länger als 24 Stunden sollte keine Katze ohne Nahrung bleiben, da es sehr schnell zu lebensgefährlichen Organschädigungen (insbesondere der Leber) kommen kann. Es erfordert also auch ein gewisses Maß an Feingefühl, um einer Katze ein neues Futter schmackhaft zu machen.

(Grundsätzlich ist eine Futterumstellung für gesunde Katzen möglich. Allergiker bzw. chronisch kranke Katzen sollten bei der speziell auf sie abgestimmten Ernährung bleiben.)